13.03.2009

Google AdSense: Einführung interessenbezogener Werbung

Google kündigt für seinen Dienst AdSense die Einführung der interessenbezogenen Werbung an.

Zusätzlich zu Nutzern, die bereits die Websites von Inserenten besucht haben, werden durch die interessenbezogene Werbung Nutzer über die Themen erreicht, für die sie sich interessieren, beispielsweise Sport. Mithilfe der Arten von Webseiten, die Nutzer innerhalb des Google Content-Werbenetzwerks aufrufen, entwickeln wir Interessenkategorien. Beispiel: Falls ein Nutzer eine Reihe von Sportseiten besucht, wird er der Interessenkategorie “sportbegeistert” hinzugefügt.

Quelle: Infomail von Google-AdSense.

Der Grundgedanke ist klar. Als Advertiser (Werbetreibender z.B. bei Google AdWords) ist man bereit, mehr Geld für einen Klick auf die Anzeigen auszugeben, wenn diese präzise auf die Zielgruppe zugeschnitten geschaltet werden kann.

In den nächsten Monaten wird dieses Feature ausgewählten Advertisern im Rahmen eines Beta-Tests zur Verfügung gestellt, das Angebot soll im Laufe des Jahres 09 erweitert werden.

Problematisch könnte es jedoch mit dem Datenschutz werden. Google selbst sammelt die nötigen Daten mit einem Cookie, das den schönen Namen : “DoubleClick DART-Cookie” trägt.

Dahinter verbirgt sich folgendes:

Das DoubleClick DART-Cookie wird von Google bei den Anzeigen verwendet, die auf Websites von Publishern geschaltet werden, die Anzeigen von AdSense für Content-Seiten anzeigen. Wenn Nutzer die Website eines AdSense-Publishers besuchen und entweder eine Anzeige ansehen oder auf eine Anzeige klicken, wird ein Cookie auf dem Browser des Endnutzers platziert. Die von diesen Cookies gesammelten Daten ermöglichen den AdSense-Publishern eine bessere Anzeigenschaltung und -verwaltung auf ihren Websites und im Web.

Quelle: Google AdSense

Klingt das nicht schön? So stellt sich Google die neue Welt vor,  schon wenn der Besucher einer Seite nur “eine Anzeige ansehen” sollte, hätte Google gern ein Cookie “auf dem Browser des Endnutzers platziert“.  Das möchte ich mir jetzt lieber nicht bildlich vorstellen, kaum streifen  meine Augen flüchtig eine Anzeige, schon schleudert mir Google ein Keks auf den Browser. Ich mag wirklich keine Krümel, geschweige denn ganze Kekse auf meinem Monitor.

Aber Spaß beiseite, zurück zum Datenschutz. Google bietet dem Enduser also Werbung, die seinen Interessen entsprechen, weil er einmal auf eine ähnliche Anzeige beim Surfen gestoßen ist, oder sogar darauf geklickt hat. Was ist aber, wenn plötzlich nicht der Enduser, sondern dessen Gattin am Computer sitzt und plötzlich Werbung von Partnerschaftsagenturen zu sehen bekommt. Oder was ist mit dem Chef, dem nur noch Werbung von Jobbörsen auf dem Computer im Sekretariat eingeblendet werden?

Hier wird der Datenschutz nach Ansicht des Autors massiv mißachtet. Es ist zu empfehlen, die Cookies regelmäßig zu löschen.

Natürlich bietet  Google demjenigen, der die entsprechende Seite im Internet findet, die Möglichkeit an, das Cookie durch den Einsatz eines weiteren Cookies zu deaktivieren. Ferner kann man sich ein Plug-In auf den Computer laden, das dauerhaft die Speicherung des Cookies verhindert. Informationen dazu finden sich in Googles Datenschutz-Center.

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